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Bei
einer Schürfwunde ist nicht zwingend ein Griff in den Apothekenschrank notwendig.
Der Lebensmittelschrank tut es auch. Zumindest nach der Meinung von Stefan
Bogdanov. Der pensionierte Biochemiker war am Zentrum für Bienenforschung an
der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) in Liebefeld-Bern 26
Jahre Verantwortlicher für Bienenprodukte und kennt deren Vorzüge.
Honig
ist ein funktionelles Nahrungsmittel mit antimikrobieller, entzündungshemmender
und antioxidativer Wirkung. Auch wenn man Honig eher als Lebensmittel kennt,
das man isst, also innerlich zuführt, entfaltet die klebrige Masse vor allem äusserlich
seine Heilwirkung. Die wichtigste Anwendung in der Medizin ist als
Wundheilmittel, bei der Behandlung von Geschwüren und bei Augenkrankheiten. Das
Bienenprodukt wirkt desinfizierend, nimmt Wundabsonderungen auf und ernährt
das Gewebe. Auch wenn in Spitälern keimfreier medizinischer Honig eingesetzt
wird, kann man theoretisch jeden Honig dazu verwenden.
Vor
allem als Wundheilmittel machen Ärzte gute Erfahrungen mit Honig. Und zwar
nicht nur selbsternannte Wald- und Wiesen-Ärzte, sondern auch Schulmediziner,
die Ärzte des Schweizerischen Apitherapie-Vereins. Apitherapie heisst die
Heilkunde mit Bienenprodukten.
Besonders wirksam bei Verdauungsstörungen und Husten sind dunkle
Sorten wie Wald- und Kastanienhonig
Damit
entdeckt die moderne Medizin ein Arzneimittel neu, das bereits seit mehreren
Jahrtausenden angewendet wurde. So schrieb Hippokrates vor 2500 Jahren:
"Honig reinigt Wunden und Geschwüre, macht harte Lippengeschwüre weich und
heilt Eiterbeulen…"
Doch
auch gegessen entfaltet Honig seine Heilkraft. Honig wird gegen Verdauungskrankheiten
und Husten verwendet. Dabei kann man alle Honigsorten verwenden, besonders
wirksam sind dunkle Honige. In der Schweiz sind das Wald- und Kastanienhonig.
Zahlreiche
pharmakologische Studien belegen die Wirkung der Bienenprodukte. So fanden
Forscher zum Beispiel heraus, dass Honig bei Kindern Hustenreiz besser
unterdrückt als der populäre Antihustenwirkstoff Dextromethorphan.
Die
Honigsüsse erhöht die Absonderung von Speichel und Sekretion, das schmiert sozusagen den Lufttrakt. Auf diese Art wird
der Impuls für den Husten unterdrückt. Zusätzlich vermindert die entzündungshemmende
Wirkung des Honigs die Entzündung im Lufttrakt.
Somit ist klar: Wer täglich
einige Löffel Honig isst, lebt nicht unbedingt länger, aber gesünder. Klinische
Studien belegen eine Wirkung bei 50 bis 80 Gramm Honig täglich, das sind drei
bis vier Suppenlöffel. Gegen Husten reichen aber schon zwei Teelöffel Honig.
Achtung: Wer den Honig in der warmen Milch auflöst, muss darauf achten, dass
die antibiotische Wirkung des Honigs ab 40 Grad zerstört wird.
Goldgelb,
dunkel oder hell – die Farbe des Honigs hängt von der Blüte ab, welche die Biene
besucht hat. Ob flüssig oder kristallisiert – daran ist der Zuckergehalt
schuld. Der Honig enthält 200 Inhaltsstoffe. Viele davon helfen bei der
Wundbehandlung.
Medizin aus dem Bienenhaus
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Gelée Royale
Das milchige Sekret lässt
eine normale Biene zu einer eierlegenden Königin heranwachsen. In der Apitherapie
setzt man es vor allem in der Geriatrie und in der Kinderheilkunde, aber auch
bei Herz- und Kreislauferkrankungen, Sexualstörungen und Hauterkrankungen ein.
·
Pollen
Blütenpollen, regelmässig
konsumiert, sollen das Immunsystem stärken sowie gegen Krebs,
Arterienverkalkung und Alzheimer vorbeugend wirken. Ärzte verschreiben klinisch
geprüfte Präparate bei gutartiger Vergrösserung und Entzündung der Prostata.
Spezielle Pollenvaccine bekämpfen Heuschnupfen.
·
Bienenwachs
Bienenwachs ist ein viel
verwendeter Lebensmittel- und Kosmetikazusatz. In der Apitherapie wirken warme
Wachsplatten wohltuend bei Erkältungen sowie Entzündungen von Muskeln, Nerven
und Gelenken. Kauen von Bienenwachs stärkt das Zahnfleisch.
·
Bienengift
Es ist das am besten
erforschte Bienenprodukt. Es hilft bei Gelenkentzündungen, Rheuma und auch bei
Krankheiten des Zentral- und Periphernervensystems. Vielversprechend ist die
Anwendung bei Parkinson und multipler Sklerose.
·
Propolis
Das
Bienenharz zählt zu den wirksamsten natürlichen Antibiotika und besitzt entzündungshemmende
Eigenschaften wie Azetylsalizylsäure (Aspirin).
Warum Honig bei der Heilung hilft
Honig duldet kein bakterielles Wachstum: Er
fördert die Wundheilung und wirkt sogar gegen Karies wie Studien belegen. Das
alte Mittel der Naturmedizin erlebt derzeit eine Renaissance. Experten warnen
allerdings vor Sorten mit schlechter Qualität.
Niemand weiss genau, wie lange der Mensch schon
Honig sammelt. Historisch abgesichert ist, dass er schon vor 8000 Jahren
Imkerei betrieb und deren Erträge nicht nur als Nahrung, sondern auch als
Heilmittel nutzte. Die alten Ägypter verwendeten Honig zu Wundauflagen, im
Buddhismus galt er in Kombination mit Reis als Mahlzeit, die "Leben und
Schönheit, Ausgeglichenheit und Kraft" schenken würde, und im Alten
Testament zählte er zum "Nötigsten" des alltäglichen Lebens.
Heute spielt das traditionsreiche Bienenprodukt
als Nahrungs- und erst recht als Heilmittel keine herausragende Rolle mehr.
Ein erster Blick auf die Inhaltsstoffe macht
allerdings erst einmal skeptisch. Denn als Mineralien- und Vitaminlieferant
spielt Honig keine sonderliche Rolle. Wichtige Biostoffe wie Ballaststoffe,
Folsäure und Vitamin E findet man in ihm praktisch gar nicht, er besteht in erster
Linie aus Zucker und Wasser. Sein Anteil an einfachen Zuckern liegt zwischen 75
und 80 Prozent, ausserdem hält er aufgrund seiner klebrigen Konsistenz ziemlich
lange Kontakt mit der Zahnoberfläche, sodass viele Zahnärzte ihn sogar für
schädlicher halten als Industriezucker.
Tatsache ist jedoch, dass der Effekt des Honigs
auf die Zähne von den Mengen abhängt, die man verzehrt. In einer Studie der
Hebräischen Universität in Jerusalem zeigte er in niedrigen Konzentrationen
einen fördernden, in hohen Dosierungen einen hemmenden Effekt auf das Wachstum
von Kariesbakterien. Wer also in seinen Tee grosszügig einen kräftigen
Esslöffel Honig gibt, darf tatsächlich mit einem gewissen Zahnschutz rechnen.
Honig duldet aus mehreren Gründen kein
bakterielles Wachstum. Zum einen entzieht er den bakteriellen Zellen das
Wasser, sodass sie schrumpfen und schliesslich absterben. Zum anderen enthält
er mit Glukoseoxydase ein Enzym, das permanent zu desinfizierendem Wasserstoffperoxid
umgewandelt wird. Wissenschaftliche Studien bestätigen antibiotische Effekte
des Honigs bei Helicobacter pylori, dem berüchtigten Mitauslöser des
Magengeschwürs. Gegenüber konventionellen Antibiotika besitzt er als
Naturprodukt zudem den Vorteil, dass Bakterien gegen ihn keine Resistenzen
entwickeln können.
Vor allem jene Mikroorganismen reagieren
empfindlich auf Honig, die immer wieder bei Wundinfektionen zu finden sind. In
einer Studie der indischen Memorial-Medical-Hochschule wurde er im Vergleich
zum etablierten Medikament Silbersulfadiazin als Heilmittel bei Brandwunden
ausgetestet. Das Fazit der Wissenschaftler fällt eindeutig aus: Die mit
Honigauflagen behandelten Wunden zeigten einen schnelleren Abbau der
Entzündung, eine bessere Kontrolle der Infektion und insgesamt einen rascheren
Wundschluss als die Wunden aus der Vergleichsgruppe.
Mittlerweile existieren 22 klinische Studien zur
wundheilenden Wirkung von Honig, mit überwiegend positivem Tenor. Das
Bienenprodukt zeichnet sich demnach auch durch seine Anwenderfreundlichkeit
aus. Mit Honigauflagen bereitet der Verbandswechsel weniger Schmerzen, weil
sich die Umschläge leicht entfernen lassen, ohne die neu gebildeten
Hautschichten zu verletzen, Man braucht dazu sterile Produkte, die speziell für
medizinische Zwecke hergestellt werden, und nicht um den Brotaufstrich aus dem
Supermarkt. Bei dem besteht die Gefahr von Verunreinigungen.
Dennoch sind beim konventionellen Honigverzehr
kaum Nebenwirkungen zu befürchten. In Abhängigkeit davon, welchen
"Rohstoff" die Bienen für die Herstellung benutzten, wurden zwar
schon Allergien beobachtet, doch das kommt ausgesprochen selten vor. Der hohe
Fruchtzuckergehalt kann zu Durchfall führen, doch auch dieser Abführeffekt kann
sogar von Vorteil sein: Ein paar Esslöffel Honig zählen in der Volksmedizin als
wirkungsvolles Mittel gegen Verstopfung bei Kindern..
Rückkehr der Hausmittel
Auf Grund der zunehmenden Antibiotika-Resistenz
von Keimen werde das alte Hausmittel bei der Wundpflege wieder interessant. Von
einer Selbstbehandlung mit Naturhonig raten die Mediziner allerdings dringend
ab, weil nicht speziell aufbereiteter Honig Bakteriensporen enthalten kann.
Schon die alten Ägypter wussten, dass Honig die
Wundheilung fördern kann. In den beiden Weltkriegen sorgten Umschläge aus Honig
dafür, dass die Verletzungen der Soldaten besser heilten. Die aufkommenden
Antibiotika verdrängten dann das Hausmittel.
Weniger Schmerzen, schnellere Heilung
Seit einigen Jahren setzen Kinderärzte den
medizinischen Honig in der Wundpflege ein und sind damit Vorreiter. Der Erfolg
sei erstaunlich. Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestossen, und die Wunde
heilt schneller. Ausserdem bereite der Verbandswechsel weniger Schmerzen, weil
sich die Umschläge leicht entfernen liessen, ohne die neu gebildeten
Hautschichten zu verletzen.
Wasserstoffperoxid wirkt
Honig wirkt antiseptisch. Die Bienen setzen bei
der Produktion das Enzym Glucose-Oxidase hinzu. Dieses Enzym sorgt dafür, dass
aus dem Zucker im Honig permanent in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid
entsteht, ein wirksames Antiseptikum. Der Vorteil gegenüber Wasserstoffperoxid
aus der Apotheke: Da es ununterbrochen nachgebildet wird, reichen bereits
geringe Konzentrationen aus, um die Wundbakterien zu töten.
Propolis
Propolis ( wegen des häufigen Vorkommens an den Fluglöchern
von Bienenstöcken), auch Bienenharz,
Bienenleim, Bienenkittharz, Kittharz oder Kittwachs genannt, ist eine von Bienen hergestellte harzartige
Masse mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung. Propolis ist
ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Zusammensetzung stark
variieren kann.
Ein weiteres
Erzeugnis der Bienen ist neben Honig und Gelée Royale das aus den Wachsdrüsen
abgesonderte Wachs.
Da in einem Bienenstock die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 °C
und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben, herrschen dort ideale Bedingungen für
die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb dient Propolis den Bienen zum
Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen sowie gleichzeitig dazu, in
den Stock eingeschleppte oder vorhandene Bakterien, Pilze und andere
Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu
werden verschiedene Oberflächen, wie beispielsweise das Innere der Wabenzellen
für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Im Bienenstock
vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden
ebenfalls mit diesem Stoff abgekapselt.
Gesundheitsbezogene Verwendung
Propolis
wird volks- und alternativmedizinisch in einem breiten Spektrum von
Anwendungsgebieten genutzt, wozu verschiedene Darreichungsformen wie etwa
Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten, Nasensprays und Kapseln zum
Einsatz kommen.
Äusserlich
wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und
Verletzungen der Haut (Sonnenbrand, kleinere Schnitt- oder Schürfwunden,
Ekzeme, medizinische Fusspflege) und Schleimhaut (medizinische Zahn- und
Mundhygiene, kleinere Verletzungen im Mundraum, Aphthen, Entzündungen der
Analschleimhaut) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz
vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten
Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in
Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis
in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.
Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung der Immunabwehr und
Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis)
angewendet.
Heilmittel
Neben
anderen Bienenprodukten wird Honig auch in der Naturheilkunde im Rahmen der
Apitherapie als Heilmittel eingesetzt. Nach geltendem Recht darf für die
Heilwirkung von Lebensmitteln nicht geworben werden und so darf Honig nicht als
Heilmittel bezeichnet werden.
Honig
wirkt leicht entzündungshemmend, so dass Schwellungen, erhöhte Temperatur und
lokaler Schmerz zurückgehen. Er fördert das Wachstum von Fibroblasten, wodurch
die Wunde gleichmässiger heilt und es zu weniger Narbenbildung kommt. Er wird
etwa als Wundauflage benutzt, da er leicht antiseptisch wirkt und zudem in
Wunden vorhandenes totes Gewebe abbaut. Die antiseptische Wirkung wird zwar
unter anderem durch Wasserstoffperoxid erzeugt, der Stoff spielt aber aufgrund
des geringen Anteils nur eine untergeordnete Rolle im Gesamtgemisch. Es gibt
erste experimentelle, zu bestätigende Resultate, dass die entzündungshemmende
Wirkung von Honig auf der Wirkung von darin enthaltenen Polyphenolen bzw.
Flavonen (Chrysin, Quercetin, Myricetin, Kaempferol, Ellagsäure, Gallussäure
und Kaffeesäure) zurückzuführen ist. Daneben werden in neuerer Zeit noch
weitere Inhaltsstoffe (Inhibine) mit positiven Wirkungen erforscht, die unter
anderem methicillin-resistente Staphylokokken und vancomycin-resistente
Enterokokken abtöten. Spezielle Honigsorten finden daher zunehmend Verwendung
bei der Wundbehandlung.
Im
August 2005 wurde ein zur Behandlung von Wunden ausgewiesenes Fertigpräparat
unter der Bezeichnung Medihoney
europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Medihoney wird aus dem Blütennektar verschiedener
Leptospermum-Arten gewonnen (→ Manuka-Honig) und enthält als weitere
Komponente einen Blütenhonig mit einem hohen Anteil des Enzyms Glucose-Oxidase.
Das Gemisch wird durch Bestrahlung keimfrei gemacht.
Grössere
veröffentlichte Studien zeigen keine klinische Evidenz für Honigprodukte zur
Heilung chronischer Wunden. (Die Bezeichnung Evidenz wird in diesem Zusammenhang auf das breite Begriffsfeld
von evidence im Englischen
(u.a. „Beweis“, „Nachweis“, „Beleg“, „Hinweis“, „Zeugenaussage“) bezogen und so
als „Nachweis“ oder „Beleg“ verstanden). Für die Anwendung auf
nicht-chronischen Wunden, wie sie zum Beispiel infolge einer Verletzung, eines chirurgischen
Eingriffs oder nach Strahlentherapie vorkommen, gibt es bislang nur wenige tierexperimentelle
oder klinische Studien.
Naturbelassener
Honig oder Honig „aus dem Glas“ eignet sich nicht zur Wundbehandlung. Zwar
können sich Keime im Honig nicht vermehren, aber es kann nicht ganz
ausgeschlossen werden, dass sie als Verunreinigung im Honig vorhanden sind. Der
für medizinische Zwecke angewandte Honig wird deshalb vor der Anwendung mit
Hilfe von Gammastrahlen sterilisiert. Im Gegensatz zur thermischen Sterilisation
werden dabei die an der Heilwirkung massgeblich beteiligten Enzyme nicht
zerstört.
In einem Werk der traditionellen chinesischen Medizin, dem Ben cao gang mu,
wird „in Honig eingelegte Mumie“ als Mittel zur Behandlung von Knochenbrüchen
erwähnt.
Giftstoffe in Honig und giftige Honigsorten
Manche
Honigsorten können erhöhte Anteile von Wirkstoffen aus Giftpflanzen enthalten.
Diese werden von den Bienen mit dem Nektar oder Pollen in den Honig
eingebracht. Die Giftstoffe haben auf die Bienen meist keine nennenswerte
Wirkung, können beim Menschen aber schädliche Wirkungen entfalten.
Honige
können auch krebsauslösende und sehr giftige Pflanzenstoffe in bedenklichen
Konzentrationen enthalten. In neun Prozent von rund 1.300 seit 2009
untersuchten Proben wurden Pyrrolizidinalkaloide gefunden. Besonders betroffen
seien dabei Rohhonig aus Süd- und Mittelamerika. Bis heute gibt es bei Lebensmitteln
weder Regelungen bezüglich Höchstmengen für Pyrrolizidin-Alkaloiden noch
Kontrollen.
Der
seit der Antike bekannte Pontische Honig aus der Schwarzmeerregion kann
aufgrund seiner hohen Anteile an Grayanotoxin aus der Pontischen Azalee (Rhododendron flavum) und anderer Toxine
aus Pflanzen der Familien der Heidekrautgewächse und Seifenbaumgewächse beim
Menschen Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Halluzinationen
hervorrufen. Es sind ausserdem Fälle von reversiblem Herzstillstand beschrieben
worden. Nach älteren Quellen würde der Honig Toxine aus Seidelbast (Daphne
ponticum), Schierling oder Bilsenkraut enthalten.
Ein
erhöhter Gehalt an Grayanotoxin wurde in einer Probe eines Kastanienhonigs aus
dem Raum der türkischen Schwarzmeerküste festgestellt. Die Grayanotoxin
enthaltenen Rhododendron Arten kommen auch in Nordamerika sowie in Asien vor.
Weitere
giftige Honige sind
Bienengift
Bienengift, medizinisch Apitoxin, ist
das Gift der Honigbienen, eine Mischung verschiedener Sekrete. Es wird als
Insektenstich mit einem Giftstachel dem Gegner eingespritzt. Eine Honigbiene
kann etwa 0,1 mg Gift verspritzen. Bienengift ist sauer (pH 4,5–5,5)
und hat eine gelblich-opalisierende Farbe. Mithilfe von Drahtstromfallen wird
das Gift auch für medizinische Zwecke gewonnen.
Wirkung
auf Menschen
Ein
Bienenstich ruft eine lokale Entzündung und eine mehr oder weniger starke
Schwellung hervor. Der Schmerz kann durch Kühlen gelindert werden. Eine Gefahr für
die Gesundheit besteht erst nach vielen Stichen; es sollen sogar erst mehrere
hundert Stiche lebensgefährlich sein. Dagegen kann schon ein einziger Stich im
Hals- und Rachenraum lebensbedrohend werden, denn es droht Erstickungsgefahr
durch Zuschwellen der Atemwege. In einem solchen Fall sollte umgehend der Arzt
aufgesucht werden. (Stiche in Hals- und Rachenraum werden eher von Wespen
verursacht, da diese durch Nahrungsmittel angelockt und versehentlich verzehrt
werden können.)
Eine
besondere Gefährdung besteht für Menschen, die an einer Insektengiftallergie
leiden: Für sie kann selbst ein einzelner unbehandelter Stich tödliche Folgen
haben. Allergologen schätzen die Häufigkeit der Insektengiftallergien auf
1 % der Bevölkerung.
Bestandteile, Wirkung Bienengift ist eine komplexe Mischung verschiedener
Proteine und kleiner Moleküle.
Medizinische
Verwendung
Verwendung
in der Kosmetik
Apitoxin wird in jüngster Zeit prominent in der Anti-Aging Branche als
natürliche Alternative zu Botox eingesetzt. Apitoxin unterstützt bei dieser
Anwendung die Produktion des Hauptproteins Kollagen VII, welches die
Stützfunktion der Haut fördert und somit der Faltenbildung entgegenwirken soll.
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