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Was
bedeutet eigentlich «Umami»?
Jeder redet davon, doch nur wenige wissen, was es mit der fünften Geschmacksrichtung auf sich hat. Ein Crashkurs in Sachen Umami.
Süss,
salzig, sauer und bitter kennt jeder. Aber es gibt noch eine fünfte
Geschmacksrichtung: Umami. Wörtlich aus dem Japanischen übersetzt
bedeutet «Umami» nichts anderes als «köstlich» – und weil
diese Bezeichnung so treffend ist, sind seit ein paar Jahren auch
Schweizer Gourmets ganz verrückt nach Umami.
Geprägt hat
den Begriff ein gewisser Kikunae Ikeda. Der Chemieprofessor der
Universität Tokio bemerkte 1907 eine geschmackliche Verwandtschaft
zwischen einer aus getrockneten Braunalgen zubereiteten Dashi-Brühe
und Speisen, die er zuvor während eines Studienaufenthalts in
Deutschland genossen hatte: Tomaten und Spargel. Ein Jahr später
gelang es Ikeda, aus den Zutaten des Dashi ein Pulver zu extrahieren,
das wir heute als Glutamat kennen. Dieses steckt tatsächlich nicht
nur in Algen, sondern eben auch in Tomaten, Spargel, Käse, Pilzen
oder Fleisch. Man könnte Umami deshalb auch als den herzhaften,
würzigen Geschmack bezeichnen. Es entsteht durch das Vorhandensein
von Glutamat und aktiviert spezielle Geschmacksrezeptoren auf der
Zunge.
Ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Umami ist
immer die Zeit: Bei Tomaten entfaltet es sich, wenn sie in der Sonne
trocknen, bei Käse, wenn er reift, bei einer Brühe, wenn das
Fleisch darin lange zieht. So zerfallen die Proteine in den
Nahrungsmitteln; Glutamate werden freigesetzt, machen den Geschmack
würziger und voller.
Dass Umami uns beim Essen ein solches
Vergnügen bereitet, könnte mit der ersten Phase unseres Lebens
zusammenhängen. Muttermilch enthält im Vergleich mit Kuhmilch
nämlich zehnmal so viel Glutamat, 20 statt nur 2 Milligramm pro 100
Milliliter. Wie stark wir Umami wahrnehmen, ist übrigens aus
genetischen Gründen von Mensch zu Mensch verschieden.
Weil
es in Europa verpönt ist, einfach Glutamatpulver ins Essen zu
schütten, greifen viele Köche zu Pilzen, um Fonds und Saucen eine
ordentliche Dosis Umami zu geben. Eines der berühmtesten Beispiele
sind die Shiitake-Pilze, die zusammen mit Weisswein, Hühnerbrühe,
Tomaten, Zwiebeln, Stangensellerie und Rüebli der Sauce der
Kalbshaxen ihr unvergleichliches Aroma geben. Die Asiaten kennen
keine Berührungsängste mit Glutamatpulver:

Algen-Bowl
Für 4 Personen
Reisnudeln
125g breite Reisnudeln
Sauce
1EL schwarzer Sesam
1EL Sesam
1 Limette, heiss abgespült, abgeriebene Schale und 2 EL Saft
1EL Reisessig
1EL Sesamöl
2EL Sojasauce
1EL Hot Chili Sauce
1 Bundzwiebel mit dem Grün, in feinen Ringen
Gemüse
80g Meeresalgen
½ Gurke, geschält, entkernt, in feinen Streifen
1 Mango, in Würfeln
150g Edamame, ausgelöst
Zubereitung:
Reisnudeln
Reisnudeln in eine Schüssel geben, siedendes Wasser darübergiessen, ca. 10 Min. ziehen lassen, abtropfen.
Sauce
Sesam in einer Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten. Limette und alle Zutaten bis und mit Hot Chili Sauce verrühren, die Zwiebel und die Hälfte des Sesams daruntermischen. 2 EL der Sauce beisseite stellen.
Bowl
Reisnudeln und Sauce mischen, in den Bowls anrichten.
Gemüse
Algen
ca. 5 Min. unter fliessendem Wasser waschen, abtropfen. Algen und restliche Zutaten auf den Noodles verteilen, beiseite gestellte Sauce darüberträufeln. Restlichen Sesam darüberstreuen.
Was sind Edamame
Die japanische Bezeichnung Edamame (jap) 枝豆) bedeutet etwa Bohnen am Zweig; mit ihr werden sowohl die noch unreif geernteten Sojabohnen selbst bezeichnet als auch das daraus zubereitete Gericht. Die Bohnen werden im Ganzen gegart und sind in japanischen Izakaya(Kneipen) eine beliebte Beilage zum Bier.
Die früheste urkundliche Erwähnung des Begriffs Edamame stammt aus dem Jahr 1275, als der japanische Mönch Nichiren sich in einer Notiz bei einem Gemeindemitglied für das Geschenk Edamame bedankte.
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