![]() |
|
|
Forschung zur haltbarkeits- und sensorik- Verbesserung vonFleischwaren
Die Forschungsanstalt Agroscope
Liebefeld-Posieux ALP informiert über den Stand ihrer Forschungsprojekte, die
internationale Forschung. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fleischfachverband
(SFF).

Haltbarkeit
von Tatar
Tatar
muss normalerweise, wegen seiner kurzen Haltbarkeit, jeden Tag frisch
hergestellt werden. Um dessen Verkauf in der Gastronomie zu fördern, wurde
untersucht, ob Tatar, welches portionenweise in Sterildärmen abgefüllt wurde,
länger haltbar ist und damit aus wirtschaftlichen Gründen nicht immer frisch
hergestellt werden muss. Dabei zeigte sich, dass in Wursthäute abgefülltes
Tatar während 12 Stunden im Kühlschrank aufgetaut und innerhalb von 24 Stunden
verzehrt werden kann.
Durch die Zugabe von 2% Kochsalz lässt sich die Dauer zwischen Auftauen und Verzehr um weitere 24 Stunden verlängern. In den durchgeführten Versuchen stellte eine längere Dauer zwar kein mikrobielles Risiko dar, jedoch muss davon ausgegangen werden, dass diverse Verderbsfaktoren (Anfangskeimbelastung, Lagertemperaturen) in der Praxis gewissen Schwankungen unterliegen und folglich Verderbnis nicht a priori ausgeschlossen werden kann.
Salzgehalt
in Waadtländer Rohwürsten
In
einer früheren Erhebung in rund 20 Betrieben hat sich gezeigt, dass die bei der
Produktion von Waadtländer Saucisson teilweise auftretenden Qualitätsmängel
ihre Ursachen meistens bei der Auswahl der Roh- und Hilfsstoffe oder bei
abweichenden Produktionsbedingungen haben. In einem Praxisversuch konnte
aufgezeigt werden, dass 16 g/kg Salzzugabe ausreichend sind, um eine gute
Produktqualität - auch sensorisch - zu erreichen.
Die in der Praxis nicht unbekannte Erhöhung der Salzzugabe zur Verhinderung von Qualitätsfehlern kann daher, neben der Berücksichtigung der ernährungsphysiologischen Bedeutung von Kochsalz, auch technologisch nicht als nachhaltige Massnahme beurteilt werden. Der Ersatz von 50% Nitritpökelsalz (NPS) durch Kochsalz blieb ohne Effekte; angesichts der in sämtlichen Saucisson-Verfahren festgestellten, sehr tiefen Restgehalte an Nitrat und Nitrit steht somit auch dem Einsatz von ausschliesslich NPS nichts im Wege.
Mikroorganismen aus spontan gegärten Rohwürsten
Im Rahmen der Untersuchung von 20verschiedenen, spontan gegärten Schweizer Rohwürsten, konnten 380
Milchsäurebakterien-, 47 Staphylokokken und 5 Kocuria-Isolate gewonnen werden.
Die ersten genotypischen Untersuchungen und der entsprechende Vergleich mit
Handelskulturen zeigten, dass sich auch heute noch Wildstämme mit einer
gewissen Biodiversität isolieren lassen. Bezüglich der technologischen
Eigenschaften resultierte bei den Milchsäurebakterien eine breite Variation
bezüglich Wachstum und Säuerung.
Im
grössten Teil der isolierten, lebensmittelkonformen Staphylokokken konnte eine
gewisse Aktivität an Nitratreduktase, die für die Pökelung von lang gereiften
Fleischerzeugnissen bedeutend ist (Umwandlung Nitrat in Nitrit), nachgewiesen
werden. Die ersten Ergebnisse lassen nun den Schluss zu, dass am ALP Wildstämme
aus schweizerischen Rohwürsten isoliert werden konnten, die mit den in den
aktuellen Handelskulturen eingesetzten Stämmen zumindest vergleichbar sein
dürften.
Flüchtige Stoffe in mit Omega-3-Fettsäuren angereicherten Fleischprodukten
Im Zusammenhang mit den positiven
Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren auf die menschliche Gesundheit wird deren
Einsatz zunehmend auch in Fleisch und Fleischprodukten interessant. In einer
Untersuchung mit entsprechend angereicherten Rohschinken und Rohessspeck
liessen sich im Vergleich zu den jeweiligen Kontrollprodukten erwartungsgemäss
höhere Gehalte an Omega-3-Fettsäuren nachweisen.
Dabei resultierten aber auch höhere Gehalte
an Produkten aus der Fettoxidation (v.a. Aldehyde und Vinylalkohole). Inwieweit
sich diese als Marker für die Beeinträchtigung der sensorischen Eigenschaften
bzw. die Haltbarkeit der beiden rohgepökelten Fleischerzeugnisse eignen, bedarf
jedoch weiterer Abklärungen.

Entwicklung einer sensorischen Sprache für Salami
Ausgehend von 102 beschreibenden Begriffen
und neun Salami aus dem Handel wurde mit Hilfe von sensorischen Prüfungen, von
statistischen Verfahren und den Diskussionen mit den Prüfpersonen des
trainierten ALP-Sensorikpanels aufgezeigt, wie sich ein Wortschatz für die
sensorische Beschreibung von Fleischerzeugnissen systematisch erarbeiten lässt.
Im vorliegenden Fall konnte für Salami ein Vokabular mit insgesamt 24
beschreibenden Merkmalen entwickelt werden.
Zwecks Standardisierung wurde jedes einzelne
Merkmal mit einer Definition und einer Referenz versehen. Von den ausgewählten
Begriffen beschreiben neun den Geruch, sechs die Textur, drei den Geschmack,
einer die trigeminale Wahrnehmung (z.B. brennend) und fünf das Aroma. Mit dem
neuen Vokabular konnten die neun Salami-Handelsprodukte sensorisch klar
differenziert werden. Die Sprache wird für zukünftige Projekte mit Salami
eingesetzt.
Analyse der Herkunft von
Rindstrockenfleisch und Geflügelfleisch
Zwecks Bestimmung der geographischen
Herkunft von Geflügelfleisch und Rindstrockenfleisch wurden verschiedene Proben
von Pouletbrustfilets (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Brasilien,
Thailand) und Rindstrockenfleisch (verarbeitet in Schweiz, Österreich,
Australien, USA, Kanada mit Rohfleisch unterschiedlicher Herkunft) auf den
Gehalt an Rohnährstoffen, Elementen, Sauerstoff- und Strontium-Isotopen
untersucht. Dabei erwiesen sich der Gehalt an Rohnährstoffen und
Strontium-Isotopen für den angestrebten Authentizitätsnachweis bei beiden
Fleischarten als ungeeignet. Hingegen zeigte der Gehalt verschiedener Elemente
sowohl im Poulet- als auch im Rindstrockenfleisch herkunftsspezifische
Unterschiede.

Die Bestimmung des Sauerstoff-Isotopen-Verhältnisses (18O/16O) erlaubte eine eindeutige Differenzierung der Herkunft der Geflügelfleischproben sowie des Rohfleisches von Rindstrockenfleisch zwischen einzelnen Ländern; der Verarbeitungsort des letzteren spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle und reduzierte die länderspezifischen Differenzen im Rohfleisch teilweise wieder. Es wird nun von Interesse sein, inwieweit eine Kombination der verschiedenen Analysemethoden eine möglichst vollständige Differenzierung überhaupt ermöglichen wird.
Deklarations-Leitfaden
Lebensmittelverpackungen
und Etiketten geben den interessierten Kunden eine Menge Informationen preis.
Diverse Gesetzestexte befassen sich damit, wie eine korrekte Deklaration bzw.
Kennzeichnung zu erfolgen hat. Die im Jahr 2006 durchgeführten Revisionen der
Lebensmittelgesetzgebung sind umfangreich und komplex geworden. Werbungen,
Marken, Zeichen und Labels tragen ferner dazu bei, dass auch die Hersteller von
Lebensmitteln öfters verunsichert sind, wie sie ihre Produkte zu kennzeichnen
haben.
In Zusammenarbeit mit dem Schweizer
Fleischfachverband (SFF) hat ALP einen Leitfaden erstellt, der als Hilfsmittel
zur korrekten Kennzeichnung von vorverpacktem Fleisch, Fleischzubereitungen und
Fleischerzeugnissen dienen soll.
|
|
|
| © Suuretaler Metzgli | |