Marokko Spezialitäten

         

Tajine-Eintopf
Wie ein Kuss aus 1001 Nacht

Marokkanische Eintöpfe werden traditionell in der Tajine zubereitet.

Die Gewürzmischung Raz el Hanout lässt sich etwa mit «Das Beste aus dem Laden» übersetzen. Jeder Ladenbesitzer hat sein eigenes Rezept aus mindestens 15 und bis zu 30 verschiedenen Gewürzen. Fast immer ist Muskatnuss dabei sowie Kardamom oder Muskatblüte, Ingwer, Gewürznelken, Lavendel, Cayennepfeffer, Iriswurzel, Zimt, Kreuzkümmelsamen, Kurkuma, Anissamen, Rosenknospen, Pimentbeeren, Koriandersamen, verschiedene Pfefferkörner, Fenchelsamen, Kassiarinde, Erdmandeln – und damit sind noch längst nicht alle genannt
Die marokkanische Küche ist eine wahre Entdeckung, ihr Herz und ihre Seele ist die Tajine, ein rundes, aus gebranntem Lehm bestehendes Schmorgefäss, das im Gegensatz zum Römertopf auch auf das offene Feuer gestellt werden kann. Wobei der Begriff Tajine sowohl das Gefäss als auch das darin zubereitete Gericht meint. «Die Tajine wird seit Jahrhunderten, wenn nicht seit Jahrtausenden, von unserer Urbevölkerung, den Berbern, benutzt», sagt Fatima. Schlichte Eintopfgerichte aus Fleisch, Fisch oder Gemüse, gegart mit Früchten, Kräutern und Gewürzen, dazu Couscous – das ist die klassische Alltagsmahlzeit, die aus dem marokkanischen Familienleben nicht wegzudenken ist.
In der Tajine werden aber nicht nur herzhafte, sondern auch süsse Speisen gegart.

Lamm-Tajine von Fatima (Marokko)

Zutaten:

Für 4 Personen:

Zubereitung:

Lammschulter vom Fett befreien und in Stücke schneiden.
Kartoffeln und Karotten schälen, die Zucchini abspülen. Das Gemüse in grosse Stücke schneiden. Zwiebel schälen und fein schneiden. Tomaten waschen und in Scheiben schneiden.
Die Schulterstücke im Olivenöl anbräunen, mit etwas Wasser aufgiessen und ca. 45 Min. köcheln lassen. Karotten zufügen und 15 Min. mitkochen. Zucchini und Kartoffeln weitere 20 Min. mitkochen, Erbsen und Tomaten 10 Min. mitgaren. Die Flüssigkeit im Topf sollte den Inhalt nur zur Hälfte verdecken.
Beim Umfüllen in die Tajine kommt zuerst das Fleisch in die Mitte des Topfes, das Gemüse wird darüber und aussen herum gelegt.

Eintöpfe

Eintöpfe sind das beste Gericht seit der Erfindung des Kochens. Es gibt kaum Zutaten, die nicht in einem deftigen Eintopf munden würden. Man kann genauso die fleischhaltige wie die vegetarische, die Gourmet- wie die Low-Budget-Variante wählen. Alle führen die «Lecker-Garantie» quasi mit sich, weil ein Eintopf immer lang genug gart. Und weil man immer gleich mehrere Portionen auf einmal zubereiten kann, sind sie auch ganz unglaublich praktisch. Ohne jemals zum Junk-Food abzusinken, hat man mit viel Gemüse, Fleisch, Hülsenfrüchten in dem intensiv gegarten Sud mit wenigen Mitteln ein köstliches und wohltuendes Gericht zubereitet. Eintöpfe kann man problemlos drei, vier Mal geniessen und dabei entwickeln sie eine unschlagbare Qualität: Je öfter man einen Eintopf wieder aufwärmt, desto besser schmeckt er am Ende.
Eintöpfe haben übrigens ganz Entscheidendes zur Erfindung des Kochens beigetragen. Archäologische Funde weisen auf erste Eintopf-Spuren in Iran, die bald 10'
000 Jahre alt sind! Das scheint ein geradezu unvorstellbarer Rekord für ein Rezept. Dass sich der «Ein-Topf» über die Jahrtausende so halten konnte, hat einen ganz pragmatischen Grund: Die meisten Haushalte hatten nur eine Feuerstelle und einen Topf zu Verfügung, klar, dass dann auch alles Verfügbare darin landete.

Die Grenzenzwischen einem Eintopf und einer Suppe sind fliessend. In beiden Fällen werden mehrere, verschiedenartige Zutaten gemeinsam gegart, Fleisch, Würste, Schinken, Geflügel, Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Pilze, Kartoffeln, Reis, Teigwaren. Eintöpfe sind meist reichhaltiger und dickflüssiger als Suppen. Wohingegen diese beliebten Vorspeisen sind, während ein Eintopf rund um die Welt immer ein währschaftes Hauptgericht darstellt. Dabei ist die Eintopfwelt grenzenlos gross: asiatisch, arabisch, indisch, afrikanisch oder europäisch – überall schwören die Hausfrauen und -männer auf ihre ganz eigenen, seit Generationen überlieferten Geheimrezepte.

Grosse Unterschiede findet man dabei oft im Detail. Hülsenfruchteintöpfe gibt es überall, hier sind es vor allem die Gewürze, die aus einem Linseneintopf plötzlich ein indisches Linsencurry zaubern. Wenn man Fisch und Fleisch in einen Topf gibt, mag das der einen Hälfte der Menschheit wie ein Tabu erscheinen, in einer laotischen Nudelsuppe ist dies genau der spezielle Kick. Lassen Sie sich inspirieren von der Verschiedenartigkeit der Eintopfrezepte aus aller Welt!

 


© Suuretaler Metzgli

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